Begegnungen

Die fehlenden Bezüge zum jüdischem Leben der Gegenwart ist ein großes Hindernis in der Bearbeitung von Antisemitismus in seinen aktuellen Ausprägungen. Konkrete Zugänge zu jüdischen Lebenswelten sowie Begegnungen und Austausch Jüdinnen und Juden, kann helfen, Perspektiven auf aktuelle antisemitische Tendenzen zu gewinnen, diese besser erkennen, nachvollziehen und einordnen zu können. Ein Fokus auf gemeinsame, aktuelle Lebenserfahrungen kann zudem dazu beitragen, das historisch fixierte Bild von Juden in einer Opferrolle aufzubrechen. Wo und wie solche Begegnungen in der Region möglich sich soll hier beschrieben werden.




„Für Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen darf es keine Akzeptanz geben“

Ministerin Prien auf der Veranstaltung „70 Jahre Israel: Antisemitismus und ´Israelkritik´“

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KIEL. Unter der Überschrift: „70 Jahre Israel: Antisemitismus und ‚Israelkritik‘“ haben heute in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und Vertreterinnen und Vertreter jüdischer Gemeinden und deutsch-israelischer Stiftungen diskutiert. „Kaum ein Thema ist aktuell so präsent wie Israel und Antisemitismus. Aber wo liegt die Abgrenzung zwischen Israelkritik und Antisemitismus? Es braucht eine starke Verantwortungsgemeinschaft auch im gesellschaftlichen Zusammenleben in Deutschland und Schleswig-Holstein, die die Erinnerung wachhält. Denn so ermöglichen wir eine gemeinsame Zukunft“, sagte Kulturministerin Karin Prien in ihrem Grußwort. Um diese Zukunft zu gestalten, sei Forschung und Reflexion über diese Frage notwendig, ergänzte sie. Eingeladen zu dieser Veranstaltung haben das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und die CAU.

Für CAU-Vizepräsidentin Anja Pistor-Hatam sind öffentliche Diskussionen über Themen wie Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit wichtige Bausteine demokratischer Selbstvergewisserung, zu der die Wissenschaft beitragen kann und muss: „In Zeiten eines in Deutschland wieder stärker sichtbar werdenden Antisemitismus müssen wir uns öffentlich klar für Liberalität und Toleranz einsetzen. Ausdrücklich erkennen wir deshalb die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Menschen an. Das schließt die sachlich begründete Kritik an politischen Organen in Israel selbstverständlich nicht aus. Diese Kritik darf aber niemals zu politisch motiviertem Hass und Gewalt gegen einzelne Menschen in unserem Land führen.“

Den Impulsvortrag hielt Dr. Michael Blume, Antisemitismus-Beauftragter des Landes Baden-Württemberg zum Thema: „Antisemitismus und Israelkritik: Was man sagen will und darf“

Ministerin Karin Prien sagte mit Blick auf einen wieder stärker sichtbar werdenden Antisemitismus: „Für Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen darf es überhaupt keine Akzeptanz geben. Wir leben hier in Deutschland in einer Demokratie. Und in der gilt: ‚miteinander reden‘- nicht übereinander. Wir diskutieren und setzen uns im Gespräch auseinander, um über den richtigen Weg zu streiten.“ Dies erwarte sie auch von Menschen, die hier in Deutschland leben wollen. „Die Verantwortung für unsere Vergangenheit ist Teil unserer Identität. Wer hier lebt, muss das wissen und akzeptieren können.“ Den Begriff „Israelkritik“ sieht sie kritisch. „Die Menschen, die im Nahen Osten leben, brauchen keinen vermeintlich guten Rat. Sie brauchen unsere Freundschaft und wir brauchen Kontakte und den Austausch miteinander“, so Ministerin Prien. Als ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus sieht sie den neuen Staatsvertrag des Landes Schleswig-Holstein mit den jüdischen Landesverbänden. „Er richtet den Blick auf das, was wir verändern und beleben können.“

Medien-Information vom 29.11.2018
Thomas Schunck
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Schleswig-Holstein




Antisemitismus in Deutschland –
ein altes und neues Problem

Diskussionsveranstaltung mit
Juna Grossmann & Juliane Wetzel
05.12.2018, 18:30-20:30 Uhr
Türkische Gemeinde in Hamburg,
Hospitalstraße 111, 22767 Hamburg/Altona
Der Eintritt ist frei

Menschen müssen Angst haben, denn sie werden sprachlich und tätlich angegriffen oder bedroht, nur weil sie sich als Jüdinnen und Juden zu erkennen geben. Gibt es einen neuen Antisemitismus in Deutschland, und wenn ja, wie ist er entstanden? Oder sind das antijüdische Grundströmungen, die immer schon da waren und nur reaktiviert wurden?

Juna Grossmann erzählt in dem aktuellen Buch „SCHONZEIT VORBEI“ über ihr Leben mit dem alltäglichen Antisemitismus, durch Hasskommentare im Netz, im jüdischen Museum in Berlin oder im studentischen Milieu. Die Historikerin Dr. Juliane Wetzel reflektiert unsere Zeit aus ihrer langjährigen Arbeit am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir weiter diskutieren.

Chor der Jüdischen Gemeinde Schwerin

 




Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus

(RIAS) Berlin stellt aktuellen Bericht zu antisemitischen Vorfälle im ersten Halbjahr 2018 vor

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) stellt am Donnerstag den Bericht antisemitischer Vorfälle von Januar bis Juni 2018 vor. Insgesamt wurden 527 Vorfälle in Berlin erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (514 Vorfälle) blieb die Gesamtzahl erfasster antisemitischer Vorfälle in Berlin konstant auf hohem Niveau. Besonderen Anlass zur Sorge gibt die deutliche Zunahme gemeldeter antisemitischer Angriffe und Bedrohungen.

RIAS Berlin wurden jeweils 18 solcher antisemitischen Angriffe und Bedrohungen bekannt, wobei sich die Anzahl der gemeldeten Angriffe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 verdoppelte und die der Bedrohungen um 50 % anstieg. Fast doppelt so häufig wie im gleichen Vorjahreszeitraum meldeten Jüdinnen_Juden oder Menschen, die als solche von Täter_innen wahrgenommen wurden, antisemitische Erfahrungen (98 Personen). Insgesamt waren 158 Einzelpersonen von antisemitischen Vorfällen betroffen, 68 % mehr als von Januar bis Juni 2017.

Im Schnitt verzeichnete RIAS Berlin fast drei Vorfälle pro Tag. Dabei war der Mai 2018 der Monat mit den meisten gemeldeten antisemitischen Vorfällen (142) seit Beginn der RIAS-Erfassung 2015. Eine beträchtliche Rolle dürften hierfür israelfeindliche Mobilisierungen im Zuge der 70-Jahr-Feier des Staates Israels und der Verlegung der US-amerikanischen Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem gespielt haben.

Hierzu erklärten RIAS Berlin-Projektleiter Benjamin Steinitz:
„Die Häufung der gemeldeten Angriffe und Bedrohungen nehmen wir mit Erschrecken wahr. Mehr Betroffene als im vergangenen Jahr wandten sich an uns, weil sie besorgniserregende Erfahrungen machten und uns in diesen schwierigen Situationen das Vertrauen entgegenbrachten. Durch unsere Erhebungen während der letzten vier Jahre entsteht ein differenziertes Bild, wie antisemitische Erfahrungen den Alltag der Betroffenen prägen können.“

Sigmount Königsberg – Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
„Das Monitoring von RIAS Berlin – insbesondere die niedrigschwellige Erfassung antisemitischer Vorfälle – ist die Voraussetzung zur Bekämpfung des Judenhasses. RIAS Berlin schafft die Transparenz, die notwendig ist, damit die Verantwortungsträger zum Einen sich der Problemlage bewusst werden und zum Anderen auch die notwendigen Maßnahmen implementieren – gemäß dem Auftrag des Abgeordnetenhauses an den Senat, ein Konzept zur Antisemitismus-Prävention vorzulegen. Der Kampf gegen Antisemitismus ist nicht nur wegen oder für die Juden zu führen, sondern für die offene, liberale, tolerante demokratische Gesellschaft.“

Lala Süsskind – Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) e.V.
„Antisemitische Vorfälle verharren in Berlin weiter auf konstant hohem Niveau. Traurig genug! Zusätzlich erleben wir einen massiven Anstieg von körperlicher Gewalt gegenüber Personen, die als Jüdinnen und Juden erkennbar sind. Die Dokumentation jedes einzelnen Vorfalls im Halbjahresbericht 2018 durch die Recherche- und Informationsstelle Berlin (RIAS) ist wertvoll, im täglichen Engagement gegen Antisemitismus sind wir jedoch alle gefordert. Denn die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus ist der Lackmustest für die deutsche Demokratie nach der Shoah.“

Marina Chernivsky – Leitung des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden
„Die Quantität und Qualität der gemeldeten Vorfälle kommt für uns nicht überraschend. Aus unserer eigenen Arbeit mit Betroffenen und Bildungsinstitutionen wissen wir wie alltäglich antisemitische Episoden sind. Diese Bestandaufnahme zeugt also von einer ungebrochenen Kontinuität antisemitischer Ideologien, die Menschen dazu verleiten, ihren Hass offen zu zeigen bzw. auch Gewalt anzuwenden. Es bedeutet auch, dass die Wahrnehmung von Antisemitismus durch die jüdische Bevölkerung nicht nur Ängste abbildet, sondern auf realen Erfahrungen beruht.“

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS)
c/o Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK)




Deutsch – Israelische Geschichtswerkstatt „Lebenswege verbinden“

German – Israeli History Project „Roads of Life are making ties“

An alle interessierten Jugendlichen im Alter von 16
und 17 Jahren - jetzt anmelden!
… bis spätestens zum 14. Dezember
Anmeldeschluss beachten!!

Deutsch – Israelische Geschichtswerkstatt

Im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der israelischen Stadt Rishon Le Zion veranstaltet die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration zum sechsten Mal die deutsch-israelische Geschichtswerkstatt „Lebenswege verbinden“. Zur Teilnahme laden wir Hamburger Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren herzlich ein! Wir freuen uns über alle interessierten Anmeldungen!

Zur Geschichtswerkstatt zählen zwei deutsch – israelische Jugendbegegnungen im April 2019 in Hamburg und im Mai/Juni 2019 in Israel, sowie mehrere Workshops jeweils donnerstags und ein Vorbereitungswochenende im Februar. Erfahrungen im Rahmen internationaler Projekte sind vorteilhaft aber nicht erforderlich. Erforderlich sind gute Englischkenntnisse.

Die Projektidee
Die Wurzeln jüdischen Lebens in Hamburg reichen zurück in das 16. Jahrhundert. Teil unserer Geschichte ist es, das jüdisches Leben in unserem Alltag in Hamburg heute kaum einmal sichtbar wird und eine größere Rolle spielt. Wir wollen gemeinsam mit Hamburger Jugendlichen und mit Jugendlichen aus Israel den Wurzeln jüdischen Lebens in Hamburg nachspüren und jüdisches Leben in Israel erfahren. Hierbei wollen wir die Geschichte am Beispiel einzelner Lebenswege verfolgen. Insbesondere interessieren uns Lebenswege, die Deutschland und Israel miteinander verbinden. Jüdische Lebenswege führen von Hamburg nach Israel und teilweise von dort zurück nach Hamburg.

Die deutsch-israelischen Beziehungen kennen viele nur aus zweiter Hand, meist aus dem Fernsehen oder dem Internet. Das gilt umgekehrt ähnlich. Wie sieht demgegenüber das tatsächliche Erleben aus? Wie erleben junge Israelis hier die europäische Integration, das Aufkommen von Fremdenfeindlichkeit und die Situation von Flüchtlingen z.B. aus Syrien? Wie erleben Hamburger Jugendliche das Zusammenleben jüdischer Familien in Israel, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen und unterschiedlich ihre religiösen Traditionen pflegen? Wie erleben wir den Nahostkonflikt, wenn wir eine israelische Familie besuchen?

Wir setzen die Arbeit der Geschichtswerkstätten „Lebenswege verbinden!“ aus den Jahren 2011 bis 2018 mit neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern fort. Wir wollen mit den Teilnehmenden aus Hamburg Projekte im genannten Themenkreis entwickeln, die wir während des Austausches bearbeiten. Fragen, denen wir in der Geschichtswerkstatt bisher nachgegangen sind: Wer waren die „Kinder von Blankenese“? Wie wurde ein Hamburger zum General der israelischen Armee? Wie greifen eigene Familiengeschichten und die Geschichten unserer zwei Länder ineinander?

Während der Begegnungen in Israel und in Hamburg wollen wir Zeitzeugen zu Wort kommen lassen und sie bitten, uns über ihren Lebensweg zu berichten. Soweit möglich wollen wir eigene Familiengeschichten recherchieren und uns unter anderem anhand von Bildern hierüber austauschen.

Ergebnisse unserer Studien wollen wir als „Werkstattbericht“ veröffentlichen. Ein Medium dafür kann das Internet sein.

Wir verbringen zweimal eine Woche zusammen mit Jugendlichen aus Israel. Die beiden Begegnungen bilden das Zentrum der Geschichtswerkstatt. Zunächst wird die Hamburger Gruppe in den Tagen vor Ostern Gastgeber sein. Im Mai/Juni kommt es zum Gegenbesuch in Israel. Auf dem Programm in Israel stehen unter anderem ein Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, sowie Besuche der Altstadt von Jerusalem und der Hauptstadt Tel Aviv.

In Hamburg besuchen wir Städten jüdischen Lebens. Auch hier treffen wir Zeitzeugen, die uns anhand ihrer Lebensgeschichte die Geschichte unsres Landes vermitteln. Vorgesehen ist ein Besuch der Gedenkstädte Neuengamme. Die Unterkunft in Hamburg und in Israel erfolgt in den Familien der beteiligten Jugendlichen. Die Geschichtswerkstatt wird durch die Koordinierungsstelle für den deutsch-israelischen Jugendaustausch ConAct gefördert. Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein Jugendsozialarbeit Schanzenviertel e.V..

Alle Interessierten sollen bitte beachten, dass die Begegnungen in die Zeit der schriftlichen Abiturprüfungen in Hamburg fallen.

Termine / Rahmendaten
Folgende Termine sind für die Teilnahme verbindlich:
-> ein Vorbereitungswochenende (am ersten oder zweiten Februarwochenende), mit einer oder zwei Übernachtung in einer Jugendbildungsstätte. Termin wird allen nach erfolgter Anmeldung baldmöglichst bekannt gegeben!
-> 2 – 3 Vorbereitungstreffen im Februar / März donnerstags von 17.30 – 21.00h / ein gemeinsamer Elternabend (!).
-> deutsch-israelische Jugendbegegnung 8 Tage voraussichtlich 09.-16. April in Hamburg; eine Schulbefreiung für sechs Schultage ist erforderlich (dieses ist bitte von den Eltern / Erziehungsberechtigten in der Schule zu beantragen!!);
-> Rückbegegnung in Rishon LeZion/ Israel, 8 Tage geplant in den Ferien im Mai (07.-14. Mai 2019) oder eine Woche Anfang Juni; eine Schulbefreiung für einen bis sechs Schultage ist erforderlich (dieses ist bitte von den Eltern / Erziehungsberechtigten in der Schule zu beantragen!!);
-> mindestens je 2 Nachtreffen nach der Begegnung in Hamburg und nach der Begegnung in Israel; jeweils donnerstags von 17.30 – 19.30h; Termine werden bald bekannt gegeben oder später unter den Teilnehmenden verabredet.

Alle Termine sind verbindlich. Alle Teilnehmenden müssen bitte bei der Bekanntgabe der Termine für sich prüfen, ob und wie alle Termine sich in private Planungen oder Planungen an den Schulen einfügen.

Unterbringung in den Familien:
Bei der Begegnung in Israel erfolgt eine Unterbringung in den Familien der israelischen Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Die Unterbringung der israelischen Jugendlichen in Hamburg erfolgt für voraussichtlich 5 Tage ebenfalls in den Familien. Voraussichtlich zwei Tage mit Übernachtung werden beide Gruppen zusammen in einer Jugendbildungsstätte verbringen.

Als Gäste im Unterricht
Voraussichtlich besuchen je ein Gastgeber / eine Gastgeberin und sein / ihr Gast an einem Vormittag in Israel und in Hamburg gemeinsam die Schule. Die Termine in der Schule werden von den Teilnehmenden selbst organsiert und in der Schule verabredet. Eine vorherige Absprache hierüber ist in der Gruppe möglich.

Teilnehmerbeitrag
Für das Vorbereitungswochenende und die Begegnungen in Israel und Hamburg wird ein Teilnehmerbeitrag von zusammen 280€ erhoben.

Anmeldung
Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!!
Bitte diesen Anmeldebogen (PDF) mit der dort angegebenen Postanschrift verwenden.
Außerdem gibts hier (PDF) noch einmal die gesammelten Infos zur Geschichtswerkstatt.
Anmeldung bis spätestens zum Freitag, den 14. Dezember 2018!

Für die Jugendbegegnungen stehen 12 Plätze zur Verfügung für jeweils 6 Jungen und 6 Mädchen. Bei mehr Anmeldungen behalten wir uns eine Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Über Anmeldungen aus den Reihen der Jugendverbände freuen wir uns besonders. Eine frühzeitige Anmeldung verbessert die Chancen zur Teilnahme.
Die Anmeldung schließt eine verbindliche Teilnahme an allen Terminen ein. Mit der Bestätigung der Teilnahme erfolgt eine Einladung zum Vorbereitungswochenende.
Für telefonische Rückfragen stehen wir unter folgenden Rufnummern gerne zur Verfügung!!
Rainer Schwart, Behörde für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration,
040 42863 – 3850
Bahtiyar Sen, Jugendsozialarbeit Schanzenviertel e.V. / Café1,
040 / 43 52 52

Ein Projekt der:
F r e i e u n d H a n s e s t a d t H a m b u r g
Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Fachberatung internationale Jugendarbeit
Gefördert von:
ConAct - Koordinierungszentrum
Deutsch – Israelischer Jugendaustausch




„Masel Tow“

Chor der Jüdischen Gemeinde Schwerin zu Gast in
Schönberg: Dienstag, 30. Oktober 2018, ab 15.00 Uhr
im Katharinenhaus am Kirchplatz

Wir bekommen Gäste: Der Chor der Jüdischen Gemeinde Schwerin besucht unsere Gemeinde am Dienstag, den 30. Oktober 2018. Neben dem Kennenlernen der Musik, die der Chor mitbringt, geht es auch um das gegenseitige Kennenlernen zwischen den Sängerinnen und Sängern und uns Zuhörerinnen und Zuhörern. Darum laden wir nicht nur zu einem Konzert ein, sondern auch zum gemeinsamen Kaffee-Trinken. Diese viele Sinne anregende Begegnung beginnt im Katharinenhaus um 15 Uhr.

Chor der Jüdischen Gemeinde Schwerin

Chor der Jüdischen Gemeinde Schwerin

Der Name des Chores, „Masel Tow“ ist dabei Programm. „Masel Tow!“ ruft man immer dann, wenn eine Gratulation angebracht ist. Bei vielen festlichen Anlässen hört man es, so zum Beispiel bei Hochzeiten, nach einer Preisverleihung oder bei einer Bar Mizwa, dem Ritual zum Erwachsenwerden. Das jiddische „Masel“ oder das hebräische „Masal“ kommt von Stern, Schicksal, Planet, Himmelszeichen. Die Menschen in der Urzeit dachten, ihr Glück läge in den Sternen. Wir alle kennen heute die deutsche Entlehnung, dass jemand etwas „vermasselt“ hat. „Tow“ oder auch „toft“ bedeutet gut, schön, lieblich, glücklich, groß, fröhlich. Zusammengesetzt ergeben beide Bestandteile den meist benutzten jüdischen Glückwunsch überhaupt.

So wollen wir uns anstecken lassen von der Begeisterung des Chores, der vor 20 Jahren zunächst als allgemeines kulturelles Angebot für die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Schwerin gegründet wurde. Bald wurde er zum festen Bestandteil des gottesdienstlichen Lebens. Entsprechend weit gefächert ist das Repertoire des derzeit knapp 20 Mitglieder umfassenden Ensembles: Liturgische Werke von Louis Lewandowski und Felix Mendelssohn-Bartholdy zählen ebenso dazu wie Volkslieder in Jiddisch, Hebräisch und Russisch. Heute liegt die Leitung in den Händen von Tatjana Peters. Der Chor versteht sich als Botschafter jüdischen Lebens in unserem Bundesland, daher sind die menschlichen Begegnungen so wichtig. Lassen Sie sich also herzlich zu diesem Nachmittag einladen!




Antisemitismus als Erfahrung und Phänomen

Implikationen für pädagogische Handlungsfelder – Workshop
03. Juli 2018, 10:00 – 16:00 Uhr, Schulmuseum,
Seilerstraße 42, 20359 Hamburg, St. Pauli

Hamburg bekennt Farbe

Ein Workshop für Hauptamtliche in der Bildungsarbeit sowie Interessierte

Was ist Antisemitismus? Wie entstehen antisemitische Ressentiments? Welche Ausdrucksformen sind heute relevant? Welchen Stellenwert haben die eigenen Haltungen und Emotionen im Umgang mit aktuellem Antisemitismus? Wie gehen jüdische Menschen damit um und wieviel Hörbarkeit haben ihre Erfahrungen für den Rest der Gesellschaft? Wie kann der Schutz derer, die Antisemitismus erleben, gewährleistet werden?

Welche Methoden haben sich für seine präventive Bearbeitung bewährt und welche Grundhaltungen sind für einen wirksamen Umgang mit konkreten Vorfällen ganz besonders wichtig? Antisemitismus tritt in allen Teilen der Gesellschaft auf. Dabei überlagern sich die offenen Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden. Die subtileren Erscheinungsformen nehmen zu und manifestieren sich immer häufiger in Bildungseinrichtungen wie Schule und Jugendhäuser. Die steigenden Fallzahlen antisemitischer Diskriminierung machen auf die Dringlichkeit pädagogischer Intervention erneut aufmerksam.

Jahrelang wurde der Antisemitismus jedoch fast ausschließlich im Kontext der Geschichtsvermittlung behandelt. Bislang ist der Umgang mit Antisemitismus auch kein Bestandteil der pädagogischen Ausbildung. Entsprechend groß ist die Verunsicherung von Fachkräften mit dem Thema umzugehen. Der Workshop will für gegenwärtige Erscheinungsformen sensibilisieren und Möglichkeiten für kollegiale Beratung sowie Einübung ausgewählter Ansätze ermöglichen.

Der Workshop findet mit Marina Chernivsky, Leitung Kompetenzzentrum, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) statt.

Die Teilnahmeplätze sind begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig bei der Koordinierungsstelle des Beratungsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus Hamburg an. Per Email bnw-hamburg@lawaetz.de; Tel. 040-428 63 3625.

Wir würden uns freuen, wenn Sie den Workshop in Ihren Netzwerken bekannt machen könnten.




Arbeitsgruppe Christlich-Jüdischer Dialog

Vortrag: „Als Rabbinerin in Deutschland“
Mittwoch, 13. Juni 2018, um 19.30 Uhr im Petri-Saal,
Bergedorfer Schloßstraße 5, Bergedorf

Es ist noch nicht sehr lange, dass Rabbinerinnen in Deutschland wirken. Sie sind oft damit konfrontiert, dass ihr Amt mit Bart und schwarzem Hut in Verbindung gebracht wird, von Juden und Nichtjuden gleichermaßen.

Rabbinerin Ulrike Offenberg

Rabbinerin Ulrike Offenberg, Foto: Wolfhard F. Tuchsess

Im Liberalen Judentum, wo – zumindest in den USA, England und Israel – seit den siebziger Jahren hunderte Rabbinerinnen ordiniert wurden, arbeiten sie gleichberechtigt neben ihren männlichen Kollegen. Aber in Deutschland stehen wir noch ziemlich am Anfang. Es gibt Synagogen, die sich bewusst dem liberalen Judentum zurechnen, deren Gottesdienstablauf stark reformiert ist und wo alles eher lax gehandhabt wird – mit Ausnahme des Umstandes, dass keine Frau irgendeine religiöse Funktion wahrnehmen darf. Die Begründung dafür? „Das ist unsere Tradition, das haben wir noch nie so gemacht.“

Deutschlandweit gibt es zur Zeit nur neun Rabbinerinnen. Wo liegen im Alltag ihre Schwierigkeiten, wo bestehen ihre Chancen, ein neues Rollenmodell zu entwickeln und dabei Führungspositionen in der jüdischen Gemeinschaft wahrzunehmen? Die neue Rabbinerin der Jüdischen Gemeinde Hameln, Dr. Ulrike Offenberg, wird uns einen Einblick in ihre Arbeit geben.

Dr. Ulrike Offenberg ist Historikerin, Judaistin und Rabbinerin. 2016 schloss sie ihr Rabbinatsstudium am Hebrew Union College in Jerusalem mit der Ordination ab. Seitdem arbeitet sie als Rabbinerin der Jüdischen Gemeinde Hameln und ist freiberuflich als Dozentin und im interreligiösen Gespräch tätig.

Team der AGCJD

Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten.




Nur gemeinsam geht
ERINNERN – BEGEGNEN – RESPEKTIEREN

Einladung für Schulklassen (ab Klasse 9)
zu den Projekttagen im Grindel
am 12. / 13. Juni 2018:

Wir, die 11. Klasse der Joseph-Carlebach-Schule, veranstalten dieses Jahr erstmalig die Projekttage im Grindel. Die Projekttage beschäftigen sich mit den Ereignissen während der Pogromnacht 1938 in Hamburg und der Zerstörung der Bornplatzsynagoge.

Neben dem Versuch einer Visualisierung der ehemaligen Bornplatzsynagoge durch eine Installation auf dem heutigen Joseph-Carlebach-Platz durch Aufsteller und Banner, haben wir zudem eine Synagogen-App erstellt, die gerade jüngeren Menschen einen weiteren Zugang zu dem Thema ermöglichen soll.

Unser Konzept „Nur gemeinsam geht ERINNERN – BEGEGNEN – RESPEKTIEREN“ beinhaltet neben einer Schülerführung durch unsere Installation auch das Angebot zu einem anschließenden gemeinsamen Gespräch mit uns. In diesem Dialog können und sollen alle offenen Fragen gestellt und evtl. auch Vorurteile angesprochen werden. Von SchülerInnen zu SchülerInnen offen und auf Augenhöhe, denn nur wenn wir uns begegnen und kommunizieren, kann daraus gegenseitiger Respekt entstehen.

Folgende Zeiten stehen Ihnen zur Terminvereinbarung zur Verfügung:
am 12.06.2018: 10-11 Uhr, 11-12 Uhr, 13-14 Uhr und 14-15 Uhr
und am 13.06.2018: 9-10 Uhr, 10-11 Uhr, 11-12 Uhr und 13-14 Uhr

Anmeldungen möglich unter:
Erinnerungsprojekt@jcsh.de (Bitte mit Anzahl der Personen)
Mit freundlichen Grüßen,
Klasse 11 der Joseph-Carlebach-Schule




70 Jahre Israel – Kein Frieden im Gelobten Land

Herzliche Einladung zum Vortrags- und Gesprächsabend
am Mittwoch, 23. Mai 2018,19.30 Uhr
im großen Saal der jüdischen Gemeinde
in Flensburg, Toosbüystraße 7

Vortrag von Dr. Jan-Christian Schwarz mit einem lokalen Exkurs von Bernd Philipsen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!

Vor 70 Jahren wurde der Staat Israel ausgerufen. Von Anfang an wurde der jü¬dische Staat bekämpft. Bis heute polarisiert kein Land die öffentliche Meinung so sehr wie Israel. Neben bedingungsloser Unterstützung auf der einen steht die hasserfüllte Bekämpfung auf der anderen Seite.

Gleichzeitig ist kaum eine Thematik so komplex wie der Nahost-Konflikt. Religiöse Aspekte mischen sich mit historischen, geologische mit politischen. Ein Konflikt, der nur schwer zu verstehen ist – und noch schwieriger zu lösen.

Dr. Jan-Christian Schwarz, Geschichtslehrer am Alten Gymnasium und vormals Historiker am Jüdischen Museum in Berlin, wagt einen Parforce-Ritt durch die Entstehungsgeschichte des Staates Israel und die komplexen Zusammenhänge des Nahost-Konflikts. Er kann dabei an vielen Stellen aus eigener Anschauung berichten, da er mit Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Schulaustausches verschiedene Male in Israel und auch in palästinensischen Gebieten gewesen ist.

Zu diesem öffentlichen Vortrags- und Gesprächsabend sind Sie herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Mitglieder der Flensburger Gesellschaft der Freunde Israel werden anschließend noch zu einer kurzen Mitgliederversammlung gebeten.

Bernd Philipsen




Vortragsreihe
„Die Israelische Gesellschaft als Streitgesellschaft“

Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ)

Unsere Vortragsreihe: Alt und neu, Ost und West, links und rechts, Arbei­ter und Bourgeoisie: Konflikte prägen Geschichte und Gesellschaft Israels. Schon vor der Gründung des israelischen Staates 1948 war die jüdische Gemeinschaft in Eretz Israel eine Gesellschaft im Widerstreit. Der Yishuv, die jüdische Gemeinschaft in Palästina vor der Staatsgründung, befand sich nicht nur in einem zunehmend gewalttätigen Kon­flikt zwischen arabischer Mehrheit und jüdischer Minderheit. Auch über die politische und soziale Ausrichtung des entstehenden Gemeinwesens wurde früh gestritten…

Mehr Informationen zu Veranstaltungen der IGDJ gibt es zum Download hier in diesem Flyer.


ISRAEL/PALÄSTINA:
GESCHICHTSNARRATIVE IM KONFLIKT

Achim Rohde

Montag, den 14.5.2018 um 18.30 Uhr im IGDJ
Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ)
Vortragsraum 2., Stock 02/23
Beim Schlump 83 / Ecke Monetastr., 20144 Hamburg

Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ)

Seit 100 Jahren ringen in Israel-Palästina zwei konkurrierende national konstituierte Kollektive um das selbe Stück Land zwischen Mittelmeer und dem Jordan. Bildung, zumal historische Bildung, ist in diesem Kontext meist Teil des Problems. Welche Narrative werden in diesem Zusammenhang jeweils vermittelt?

Dieser Vortrag stellt den Versuch eines binationalen Schulbuches vor, das die Geschichte von Israel und Palästina aus beiden Perspektiven erzählt („Learning Each Other’s Historical Narrative“). Er stellt in Kooperation von jüdischen und arabischen LehrerInnen und WissenschaftlerInnen im Rahmen der NGO PRIME (Peace Re­search Institute in the Middle East), will dieses Bildungsreformprojekt historische Bildung im israelisch-palästinensischen Kontext zum Teil einer Konfliktlösungsstrategie machen. Vor dem Hinter­grund aktueller Entwicklungen wird der Referent Potentiale und Grenzen des Projektes diskutieren.

Achim Rohde ist Islamwissenschaftler und Nahosthistoriker an der Goethe-Universität Frankfurt. Er hat in Hamburg, Birzeit (Westbank) und Tel Aviv (Israel) studiert. Im Rahmen seiner früheren Tätigkeit am Georg-Eckert-Institut hat Rohde für internationale Schulbuchforschung ein bi-nationales israelisch-palästinensisches Schulbuchprojekt begleitet, das die Geschichte des Nahostkonflik­tes aus konkurrierenden Perspektiven darstellt.

Die Veranstaltung ist bedingt barrierefrei.